1 aus 6 – Wer muss in die Liga Leumit?

03/05/2013

Die Saison 2012/2013 in der Ligat ha’Al läuft langsam aber sicher aus. Ein Großteil der Entscheidungen ist getroffen. So steht Maccabi Tel Aviv bereits als verdienter Meister fest. Auch die beiden Teilnehmer für die Europa League dürften mit Maccabi Haifa und Hapoel Tel Aviv gefunden sein. Der einzige Verfolger des Duos, der letztjährige Meister, Ironi Kiryat Shmona könnte über einen Erfolg im Finale des Landespokals ebenfalls nächste Saison wieder Europapokalluft schnuppern.

So bleibt es im Abstiegskampf am Spannendsten. Einzig der SC Ashdod hat sich bereits gerettet, während Hapoel Ramat Gan nach nur einer Saison erneut den Gang in die Liga Leumit antreten muss. Für die anderen sechs der acht Mannschaften aus der Abstiegsrunde, geht es am Samstag um 19:10 Uhr darum, den Erhalt in der Ligat ha’Al zu sichern.

Tabelle Abstiegsrunde

Das diese sechs Teams auch noch allesamt in direkten Duellen aufeinandertreffen sorgt für weitere Brisanz und volle Stadien. Auch, da alle Clubs dabei ihr Schicksal selbst in der Hand haben und durch einen Sieg, unabhängig von den anderen Ergebnissen, den Klassenerhalt sichern können. Selbst bei einem Unentschieden würde es jedem Abstiegskandidaten genügen im Oberhaus zu verbleiben, dann allerdings abhängig von den anderen Resultaten. Und so wird jedes Tor am Samstag für das Zittern bei den anderen Clubs sorgen.

Die mit Sicherheit heißeste Partie am letzten Spieltag der Abstiegsrunde steigt im Doha, wo Ihud Bnei Sakhnin ausgerechnet auf Beitar Jerusalem trifft. Das Stadion war binnen weniger Stunden restlos ausverkauft. Zwar war bis zuletzt unklar, ob die Fans von Beitar ihren Boykott für diese so wichtige Partie unterbrechen, doch letztlich hat man sich entschieden den Spielern den Rücken zu stärken. Wie sehr die Stimmung seit Tagen auf dem Siedepunkt ist, beweist ein geschmackloses Bild, welches aus dem Umfeld der Ultras Sakhnin stammen soll und die Atmosphäre weiter anheizte.

Sakhnin vs Beitar

So sollen am Samstag über 700 Polizisten und 150 Sicherheitskräfte das Spiel absichern. Aus Angst vor Ausschreitungen hat der Verband angekündigt im Falle jeglicher Störung den Gastgebern zehn Punkte abzuziehen. Es wird unter anderem befürchtet, dass Hunderte Fans ohne Tickets versuchen könnten das Stadion zu stürmen.

Sportlich gesehen spricht die Bilanz der bisherigen Treffen für Bnei Sakhnin, die zudem in der Abstiegsrunde einen deutlich besseren Eindruck als Beitar hinterließen. So ist das arabische Team seit sechs Spielen ungeschlagen, während Beitar ihrerseits nur eins ihrer letzten 13 Spiele gewinnen konnte. In wieweit die ausstehenden Gehälter und das Chaos um die Clubübernahme durch Eli Tabib die Spieler verunsichern wird sich zeigen. Beide Teams können mehr oder weniger aus den Vollen schöpfen.

Das Nachbarschaftsduell zwischen Hapoel Haifa und Hapoel Akko mag zwar weniger Brisanz auf den Rängen bieten, doch auch hier geht es für beide um Alles. So setzte man selbst in Akko, die sonst kaum mehr als ein Dutzend Fans zu Auswärtsfahrten animieren konnten, bereits 250 Karten im Vorverkauf ab. Die Gäste werden wohl jeden Fan nötig haben, denn Hapoel Haifa steigerte sich in der Abstiegsrunde und kletterte aus dem Keller auf den zweiten Platz. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass das Team vom Carmel den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss. Und so bekamen die Spieler eine klare Ansprache vom Clubbesitzer Yoav Katz und Trainer Nir Klinger, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen und sich noch weniger auf das Geschehen auf den anderen Plätzen zu konzentrieren, sondern alles dafür zu tun aus eigener Kraft die Liga zu erhalten. Dies wollen natürlich auch die Gäste, die letzte Woche Hapoel Ramat Gan in die Liga Leumit beförderten und seit nunmehr acht Spielen ungeschlagen sind. Trainer Yuval Naim muss wohl im Gegensatz zu seinem Kollegen Nir Klinger auf eine wichtige Stütze verzichten. Ausgerechnet der Torjäger Ohad Kadusi hat sich verletzt und sein Einsatz wird sich erst kurzfristig entscheiden.

Kadusi gegen Roash

Mit Rückenwind dürfte auch Maccabi Netanya in die Partie gehen, hat man doch zuletzt vier Mal in Folge nicht verloren und die beiden letzten Spiele gewonnen. Ohnehin gibt das Team unter dem neuen alten Trainer Reuven Atar ein besseres Bild ab als noch während der regulären Saison. Und so darf man sich in der Diamantenstadt Hoffnung auf den Klassenerhalt machen, auch wenn man mit der schlechtesten Ausgangssituation aller sechs Abstiegskandidaten ins Rennen geht. Bei einem Sieg würde man jedoch Hapoel Beer Sheva hinter sich lassen. Und so kann man ein heißes Duell auf dem Platz und den Rängen erwarten. Rund 10.000 Tickets wurden für die Partie bereits abgesetzt, darunter gut 1.500 allein in der Stadt im Negev. Gut 100 von ihnen haben den Spielern bereits bei einem Besuch des Abschlusstrainings klar gemacht, was sie von ihnen erwarten. Ein Abstieg dürfte für beide Teams einen groben Einschnitt bedeuten. Ohnehin ist die Partie das Duell zweier großer Enttäuschungen. Auf der einen Seite Europapokalstarter Maccabi Netanya und auf der anderen Hapoel Beer Sheva, deren Saisonziel der Kampf um einen Platz im Europapokal war. Doch statt der Meisterrunde müssen nun beide bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern.

Sabaa und Dajani

Reuven Atar kann für das Spiel auf nahezu den gesamten Kader zurückgreifen, auch wenn Ahmad Sabaa nur unter Schmerzen auflaufen kann. Dass er eine Schlüsselrolle einnehmen wird, lässt sich nur vermuten, da man in Netanya die Schwachstelle bei den Gästen in der Defensive auszumachen scheint. Allerdings trifft dies auch auf Maccabi zu. Und so ist zu erwarten, dass es eine offene Partie mit vielen Torraumszenen geben wird.

Die Ausgangslage in der Abstiegsrunde könnte übrigens durchaus dazu führen, dass am Ende nicht die Punktzahl oder die Tordifferenz ausschlaggebend sein werden, sondern die Anzahl der geschossenen Tore für eine Entscheidung sorgen muss. Am Samstagabend gegen 20:00 Uhr werden wir wissen, wer den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss.


Nordirland – Israel

26/03/2013

Nordirland  0 : 2 

26.03.2013  -  20:45 Uhr
WM-Qualifikation
Windsor Park  -  Belfast

Aufstellungen

Nordirland  Roy Carroll – Daniel Lafferty, Jonny Evans, Gareth McAuley, Aaron Hughes – Sammy Clingan (79* Patrick McCourt), Chris Brunt, Shane Ferguson (73* Josh Magennis), Steven Davis, Niall McGinn -
Martin Paterson (83* David Healy)

  Dudu Aouate – Eitan Tibi, Yuval Spungin, Tal Ben Haim, Rami Gershon – Shiran Yeini, Maor Melikson (70* Lior Rafaelov), Bibras Natkho, Maharan Radi (60* Eran Zahavi) – Eden Ben Basat, Itay Shechter (86* Yossi Benayoun)


Tore

77* 0:1  Lior Rafaelov
84* 0:2  Eden Ben Basat


Spielbericht

folgt…


Zusammenfassung


Israels großer Triumph an Lail haSeder

25/03/2013

Heute ist Lail haSeder, der Vorabend von Pessach, einem Fest, an dem die Juden dem Auszug aus Ägypten feiern. An diesem Abend liest man an feierlich gedeckten Tischen die Haggada, die Erzählung der Befreiung des jüdischen Volkes in der Bibel. Im Jahre 1960 erzählte man sich auch noch andere Geschichten, wie die von Nahum Stelmach, Rafi Levi, Yaakov Hodorov oder Gyula Mándi.

Im Sommer 1960 fanden in Rom die Olympischen Sommerspiele statt. In der Qualifikationsrunde für das olympische Fußballturnier bekam es Israel mit Griechenland und der damaligen Fußballmacht Jugoslawien zu tun. Die israelische Nationalmannschaft wurde von Gyula Mándi trainiert, einem ungarischen Juden, der zu dieser Zeit ein beliebter und bekannter Akteur im israelischen Fußball war. Israel war gut in die Qualifikation gestartet. So gelang ihnen im Auftaktspiel daheim gegen Jugoslawien vor über 50.000 Zuschauern ein 2:2. Und im zweiten Gruppenspiel konnte man gar mit 2:1 gegen Griechenland gewinnen. Nun ging es innerhalb von einer Woche zunächst in Athen gegen Griechenland und eine Woche später in Belgrad gegen den großen Favoriten Jugoslawien. Das Spiel in Athen wurde unglücklich mit 2:1 verloren und die Stimmung in der Nationalmannschaft war auf dem Tiefpunkt. In Jugoslawien stellten die Zeitungen bereits die Frage, mit wie vielen Toren Unterschied man die Gäste wohl heimschicken werde. Auch der Stürmerstar der Jugoslawen, Velibor Kostic, spuckte große Töne und kündigte an das sich Israels Torwart Yaakov Hodorov mit dem Tornetz anfreunden solle, da er öfter mal den Ball aus diesem holen werde. Auch Israels Nationaltrainer gab sich verhalten: „Ich hoffe, dass wir ein respektables Ergebnis erzielen werden, aber an einen Sieg glaube ich nicht.“

In Belgrad angekommen wurde der Trainer Gyula Mándi krank und war mit hohem Fieber und einer schweren Grippe ans Hotelbett gebunden. Deshalb rief er den Kapitän Nahum Stelmach zu sich und übertrug ihm die Verantwortung für die Trainingseinheiten und das Aufstellen der Mannschaft. Stelmach ernannte umgehend seinen Teamkollegen und engen Freund Abraham Menchel zum Co-Trainer. Vor dem großen Spiel stimmten die beiden die Mannschaft ein und in seiner finalen Ansprache vor dem Spiel sagte Stelmach: „Wir gehen heute aufs Feld, werden alles geben und das Feld als Sieger verlassen, denn wir sind die Nationalmannschaft des Staates Israel“. Auch wenn Gyula Mándi trotz seiner schweren Grippe es sich nicht nehmen ließ, in warme Kleidung gehüllt, das Spiel von der Bank aus zu verfolgen, ließ er seinem Kapitän freie Hand. Stelmach war in den Augen seines Trainers ohnehin einer der besten Spieler der Welt, wie er der Presse verriet: „Stelmach könnte ohne Probleme auch in einer Wundermannschaft wie der ungarischen Nationalmannschaft an der Seite von Ferenc Puskas spielen.“

Und so trat Israel, vor über 40.000 Zuschauern im Stadion von Partizan Belgrad, mit folgender Mannschaft an:

Yaakov Hodorov, Mordechai Benbinisti, Amatsia Levkovich, Gideon Tisch, Zvi Moisescu, Avraham Menchel, Aharon Amar, Shlomo Nahari, Nahum Stelmach, Rafi Levi und Yehoshua Glazer.

Die Jugoslawen, die von Aleksandar Tirnanic betreut wurden, liefen mit folgender Elf aufs Feld:

Milutin Soskic, Vladimir Durkovic, Fahrudin Jusufi, Aleksandar Kozlina, Jovan Miladinovic, Zeljko Perusic, Silvester Takac, Muhamed Mujic, Vladimir Kovacevic, Velibor Kostic und Zvezdan Cebinac.

Als die Partie schließlich vom österreichischen Unparteiischen Friedrich Seipelt angepfiffen wurde, waren die Straßen der Städte in Israel wie leergefegt. Überall im ganzen Land versammelten sich die Menschen vor den Radios und folgten der Liveübertragung in der Hoffnung auf ein Wunder. Und die Nationalmannschaft begann furios. Nach einer schönen Kombination wurde Rafi Levi im Strafraum angespielt und erzielte aus 10 Metern nach nur 65 Sekunden das überraschende Führungstor für die Gäste. Während Israel jubelte, stand Jugoslawien unter Schock. Die Gastgeber reagierten mit enormem Druck, doch Israels Torwart, Yaakov Hodorov war in Bestform und parierte ein ums andere Mal. Auch Aharon Amar und Gideon Tisch wussten genau, wie sie ihre Gegner vom Strafraum fern halten konnten. In der 32. Minute jedoch unterlief Amatsia Levkovich ein unglücklicher Fehler und der Ball landete bei Muhamed Mujic, der den Ball nach vorne trug und aus fünf Metern unhaltbar zum 1:1 Ausgleich traf. Und so ging es mit einem Unentschieden in die Kabine.

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich vom Spielverlauf her nicht sonderlich viel. Die Gastgeber dominierten und die israelische Mannschaft verteidigte mit zehn Mann. Einzig Yehoshua Glazer stand an der Mittellinie und hoffte auf eine Konterchance. Doch Yaakov Hodorov ließ die Jugoslawen an diesem Tag in Belgrad verzweifeln, in dem er alles abwehrte, was auf sein Tor kam. In der 67. Minute schließlich geschah es. Hodorov war einmal mehr zur Stelle, wehrte eine gute Chance der Jugoslawen ab und schoss den Ball umgehend weit in des Gegners Hälfte. Der Ball landete im Strafraum und der Verteidiger Jovan Miladinovic, der den Ball stoppen wollte, prallte mit dem Schlussmann Milutin Soskic zusammen. Diese unerwartete Konfusion nutzte Rafi Levi, der den Ball einschob und mit seinem zweiten Treffer in dieser Partie Israel erneut in Führung brachte. Überwältigt über die rosige Aussicht israelische Fußballgeschichte zu schreiben, rannten alle Mannschaftskameraden zum Doppeltorschützen und überhäuften ihn mit Umarmungen und Glückwünschen. Erst nach den Feierlichkeiten zum 1:2 merkte Levi, dass er sich am Bein verletzt hatte, doch vom hohen Adrenalinspiegel gepuscht, ignorierte er die Verletzung und brachte die Partie zu Ende.

Bis zum Ende des Spiels stürmten die Jugoslawen das Tor von Yaakov Hodorov, doch dieser wuchs ein ums andere Mal über sich hinaus und hielt alles was auf sein Tor kam. Je näher das Ende der Partie rückte, desto sicherer wurden sich die Israelis Teil einer großen Sensation zu werden. Als Friedrich Seipelt dann endlich den entscheidenden Pfiff von sich gab, gab es für die israelische Nationalmannschaft kein Halten mehr. Das Partizan Stadion in Belgrad erlebte eine große Party in Blau und Weiß. Durch den Sieg rückte Israel in der Olympia-Qualifikation auf den ersten Platz in der Gruppe vor. Wollten die Jugoslawen nach Rom fahren, so mussten sie in ihrem letzten Spiel in Athen gegen die bereits ausgeschiedenen Griechen gewinnen. Die israelische Auswahl kehrte voller Stolz nach Hause zurück, wo sie am Flughafen in Lod von über 20.000 begeisterten Fans einen euphorischen Empfang bereitet bekamen. An diesem Abend saßen die Familien in Israel an den Seder-Tischen, doch nicht wenige erzählten sich statt der Haggada, die Geschichten der israelischen Nationalmannschaft und ihrer Spieler, die für eine wahre Sensation gesorgt hatten.

In der Zeit nach dem Sieg in Belgrad wartete das ganze Land gespannt auf das Ergebnis aus Athen. Doch am Ende wurde man enttäuscht. Griechenland war es nicht gelungen dem damaligen Fußballgiganten Jugoslawien einen Punkt abzuringen. Im Gegenteil, nach einer deutlichen 0:4 Niederlage in Belgrad, verloren die Griechen daheim gar mit 0:5. Jugoslawien war auf Grund des besseren Torverhältnisses Gruppensieger und flogen nach Rom, wo sie in sehr souveräner Art und Weise die Goldmedaille im Fußballturnier der olympischen Sommerspiele 1960 gewannen.

Quelle: Asher Goldberg (I.F.A.)


Israel – Portugal

22/03/2013

  3 : 3  Portugal

22.03.2013  -  14:45 Uhr
WM-Qualifikation
Nationalstadion  -  Ramat Gan


Aufstellungen

  Dudu Aouate – Eitan Tibi, Shiran Yeini, Yuval Spungin, Tal Ben Haim, Rami Gershon – Bibras Natkho, Maor Melikson(73* Lior Rafaelov), Biram Kayal, Eden Ben Basat(81* Yossi Benayoun) – Tomer Hemed(64* Eliran Atar)

Portugal  Rui Patricio – Pepe, Bruno Alves(74* Hugo Almeida), Fabio Coentrao, Joao Pereira – Raul Meireles, Miguel Veloso (60* Carlos Martins), Joao Moutinho, Silvestre Varela (60* Vieirinha), Cristiano Ronaldo- Helder Postiga


Tore

2*   0:1  Bruno Alves
24* 1:1  Tomer Hemed
40* 2:1  Eden Ben Basat
70*  3:1  Rami Gershon
72* 3:2  Helder Postiga
90* 3:3  Fabio Coentrao


Spielbericht

folgt…


Zusammenfassung


Reges Treiben während der Transferperiode

15/02/2013

Vor einer Woche endete die Winter-Transferperiode der Saison 2012-2013 in Israel. Viele potentielle Wechsel wurden im Vorfeld diskutiert. Wie in den Jahren zuvor, standen zwar vor allem die Verstärkungen mit Legionären im Vordergrund, so wurden erneut 20 neue Legionäre verpflichtet, doch es gab auch zahlreiche einheimische Spieler die wechselten. Und so sind an den spektakulärsten Wechseln Israelis beteiligt.

 Eran Zahavi wechselte vom US Palermo zu Maccabi Tel Aviv

Beim Spitzenreiter Maccabi Tel Aviv wurde noch einmal kräftig investiert, um die erste Meisterschaft seit zehn Jahren zu gewinnen. Mit Eran Zahavi kehrt dabei einer der begehrtesten israelischen Spieler vom US Palermo zurück in die Heimat. Neben Zahavi wurde der schwedische Ex-Nationalspieler Rade Prica vom norwegischen Meister Rosenborg BK verpflichtet, sowie der Argentinier Ignacio Fideleff vom SSC Neapel. Das Riesentalent vom SSC Neapel blockiert aufgrund seiner jüdischen Religionszugehörigkeit keine Ausländerlizenz und so wollte man mit dem 60-fachen portugiesischen Internationalen Miguel Monteiro vom FC Valencia eigentlich einen weiteren Ausländer nach Israel holen. Sein Transfer scheiterte jedoch an einem zu spät verschickten Fax. Um die begehrten Ausländerlizenzen freizubekommen, wurde das Leihgeschäft mit Robert Earnshaw beendet und Steve Gohouri aus dem Kader gestrichen. Zudem wurden gleich vier Talente an Clubs aus der Ligat ha’Al verliehen.

Die meiste Aktivität auf dem Transfermarkt legte Maccabis Stadtrivale Hapoel an den Tag. Dabei gelang ihnen der vielleicht spektakulärste Wechsel in diesem Winter erst wenige Minuten vor Schließung des Transferfensters. Mit Almog Cohen vom 1.FC Nürnberg kommt der große Hoffnungsträger, der Hapoel nach zuletzt so erfolglosen Wochen wieder in die Erfolgsspur zurückführen soll. Der schwachen Abwehr soll Shimon Harush die nötige Stabilität verleihen. Zudem tauschte Hapoel gleich drei Legionäre aus. John Paintsil, Bruno Couthino und Nikola Petkovic mussten den Club verlassen, und wurden durch den montenegrinischen Nationalspieler Savo Pavicevic von Omonia Nikosia, den Portugiesen Tiago Costa von Olypiakos Nikosia und der Spanier David Rochela von Deportivo La Coruna ersetzt. Last but not least kam Nir Nahum vom Stadtrivalen Bnei Yehuda, während mit Viktor Merey und Zeev Haimovich zwei Spieler den Club verließen, die vor allem zu Saisonbeginn regelmäßig spielten.

 Almog Cohen spielt ab sofort im roten Dress

Während die anderen Clubs die Transferperiode nutzten, war man bei Maccabi Haifa die Ruhe selbst. Einzig Daniel Haber, ein kanadisch-jüdisches Nachwuchstalent, wurde verpflichtet, während Joel Damahou freigestellt wurde. Arik Benado vertraut voll auf seinen aktuellen Kader, der durch einige von Verletzungen zurückkehrenden Spieler verstärkt wird. Zudem baut Benado auf vereinseigene Talente aus der U19.

Zwei Transfers die im Winter für ordentlichen Wirbel sorgten, vermeldete Beitar Jerusalem. Nachdem man bereits im Dezember Steven Cohen zurückholte, kehrte man quasi mit zwei neuen Spielern aus Grozny zurück. Mit Zaur Sadayev und Dzhabrail Kadiev wechselten zwei Talente von der tschetschenischen in die israelische Hauptstadt. Die beiden sind Muslime, wodurch die ohnehin angespannte Situation zwischen Vereinsführung und den großteils nationalistischen Beitar-Fass eskalierte. Angriffe und rassistische Ausfälle der Ultra-Bewegung von „La Familia“ waren die Folge. Stadionverbote und sogar Haftbefehle die Reaktion. Ein Ende des Konflikts scheint in weiter Ferne.

Wenngleich nicht ganz so extrem, ist auch bei Bnei Yehuda Tel Aviv die Situation zwischen Fans und Verein derzeit festgefahren. Umso ruhiger ging es auf dem Transfermarkt zu. Nir Nahum wechselte zum Stadtrivalen Hapoel. Vom anderen Stadtrivalen Maccabi wurde das Duo Yagil Biton und Rafael Dahan ausgeliehen.

Rafael Dahan verteidigt jetzt für Bnei Yehuda

Beim amtierenden Meister Ironi Kiryat Shmona war das Treiben schon etwas reger. Wie zu erwarten verließen mit Ben Wahaba, Ravid Gazal und Adi Elisha drei unzufriedene Spieler den Verein. Zudem wurde Roni Porokara entlassen. Für ihn wurde Osei Mawuli verpflichtet, der letzte Saison bei Hapoel Ashkelon unter Vertrag stand. Für die Zukunft verpflichtete man die israelischen Nachwuchstalente Amir Abeles und Kenny Saief, die beide bis vor kurzem noch in Europa spielten.

Und täglich grüßt das Murmeltier beim SC Ashdod. Regelmäßig startet man stark in die Saison, bricht dann aber pünktlich zum Winter ein. Auch in diesem Jahr läuft es genauso, mit dem kleinen Unterschied, dass Clubbesitzer Jacky Ben Zaken in diesem Jahr mit Neuverpflichtungen den freien Fall stoppen will. Hierfür soll vor allem Stefan Scepovic von Partizan Belgrad sorgen. Der serbische Nationalspieler kennt sich bestens in Israel aus, spielte er doch letzte Saison bei Hapoel Akko. Mit Rahamim Checkol von Maccabi Tel Aviv holte man ein ehemaliges Eigengewächs zurück, während mit Adir Tubul ein Spieler nach 15 Jahren den Verein erstmals verlässt.

Ein wenig das Überraschungsteam der Liga ist erneut Ironi Ramat haSharon. Beim letztjährigen Aufsteiger hatte man sich zwei Lizenzen für Legionäre freigehalten. Durch die endgültige Entlassung des Brasilianers Cadu kam eine dritte hinzu, die allesamt im Januar neu vergeben wurden. Der interessanteste Neuerwerb ist wohl der Nigerianer Udo Fortune, der aus Vietnam kam, wo er sich als Torschützenkönig empfahl. Endgültig getrennt hat man sich neben Cadu auch von Baruch Dego, der bei Hapoel Rishon leZion angeheuert hat.

Ravid Gazal im neuen Trikot gegen seinen alten Club

Vor der Saison waren viele Augen auf Hapoel Beer Sheva gerichtet. Zahlreiche teils hochkarätige Spieler wurden verpflichtet und die Teilnahme an der Meisterrunde war das klare Ziel. Doch die Saison läuft alles andere als geplant, trotzdem wurde im Winter kaum reagiert. Mit Ben Wahaba und Ravid Gazal wurde ein Duo von Meister Kiryat Shmona aus dem hohen Norden in den Süden geholt. Gleich mehrere Spieler mussten den Verein verlassen, der prominenteste Name ist mit Sicherheit William Njovu, von dem man sich viel versprach, der letztlich aber nicht an seine starke letzte Saison anschließen konnte.

Auch bei Europa League Qualifikant Maccabi Netanya läuft es alles andere als rund. Große Hoffnung wird in der zweiten Saisonhälfte mit Sicherheit in Firas Mugrabi gesetzt. Das Riesentalent war im Sommer zum RC Lens gewechselt und wurde nun wieder zu seinem alten Club ausgeliehen. Für die Verteidigung holte man den Portugiesen Bruno Pinheiro von Gil Vicente. Ansonsten will Tal Banin auf Nachwuchsspieler setzen und dünnte den Kader aus. Hiervon waren unter anderem Idan Shriki und Touvarno Pinas betroffen.

Eigentlich war davon auszugehen, dass Ihud Bnei Sakhnin im Januar aus finanziellen Gründen keine neuen Spielern unter Vertrag nehmen wird, doch es kam ganz anders. Gleich sechs neue Akteure wurden nach Sakhnin gelotst, unter anderem Imoro Lukman von Hapoel Akko und Arafat Djako von Inter Baku. Das erwünschte Leihgeschäft mit Joel Damahou konnte genau so wenig realisiert werden wie das mit Eliran Danin, den man gern für den abgewanderten Shimon Harush geholt hätte. Neben dem Verteidiger musste der Franzose Maxime Josse den Club verlassen.

Arsnijevic und Jovanovic

Beim Aufsteiger Hapoel Ramat Gan hat man sich in der Transferphase mit gleich vier neuen Spielern für den Abstiegskampf verstärkt. So kamen Zeev Haimovich, Ben Ben Yair und Ran Izhak sowie der Rumäne Dorin Goga von Rapid Bukarest. Neben einigen Ergänzungsspielern wurden auch der Russe Anton Arkhipov und der Kroate Miroslav Pejic aus dem Kader gestrichen.

Hapoel Haifa war zuversichtlich in die Saison gestartet, doch schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Statt um die Teilnahme an der Meisterrunde steckt man tief in Abstiegsnöten. Doch trotz allem wurde im Winter kaum nachgelegt. Mit Liran Cohen holte man im Dezember bereits einen Legionär aus Polen zurück, doch im Januar folgte nur noch Touvarno Pinas von Maccabi Netanya. Verlassen musste den Club der Schweizer Fabian Stoller, der erst im Sommer von Hapoel Petah Tikva gekommen war.

Bei Hapoel Akko entzog man gleich drei Ausländern das Vertrauen. David Gomez, Imoro Lukman und Leonardo Passos mussten den Verein verlassen. Für sie wurde ein serbisches Trio verpflichtet. Nemanja Arsnijevic von Asteras Tripolis, Branislav Jovanovic von Rad Belgrad und Srdja Knezevic von Legia Warschau sollen Akko nach 15 sieglosen Spielen wieder auf die Erfolgsspur zurückführen.

Alle Transfers der Winterwechselperiode gibt es hier in der Übersicht.

Alle aktuellen Kader gibt es hier.


Das erste Derby von Tel Aviv

11/02/2013

Wenn heute Abend um 20:50 Uhr im Bloomfield das große Derby von Tel Aviv angepfiffen wird, dann liegt das erste Stadtderby fast genau 85 Jahre zurück. Es war zum Jahresbeginn 1928, als die Verbände von Maccabi und Hapoel beschlossen, die Aufnahme der Fußball-Nationalmannschaft von Eretz Israel in die FIFA zu beantragen und hierzu den israelischen Fußballverband zu gründen.

Obwohl die beiden Sportverbände Maccabi und Hapoel nur wenige Schritte voneinander ihre Büros unterhielten, war man zunächst nicht an einer Zusammenarbeit interessiert. Im Rahmen eines Treffens zur Gründung der IFA hatten sich die am Gespräch Beteiligten Israel Karmi, Joseph Yekutieli, Uri Nadav und Yula Braun darauf geeinigt, einen nationalen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Zudem sollte es zum Kräftemessen zwischen den jeweiligen Teams aus Tel Aviv kommen. Maccabi Tel Aviv, der älteste israelische Fußballverein, sollte auf Hapoel Tel Aviv treffen, der damals durch den Beitritt des Allenby FC in den Hapoel-Verband hervorging.

Spieler von Hapoel und Maccabi nach der Partie

Das Spiel wurde für den 25. Februar 1928 angesetzt und wurde auf dem Sportplatz von Maccabi ausgetragen, der sich an der Straßenecke Chlenov und haAliya befand. Um dieses erste Derby von Tel Aviv zu bewerben, wurden hunderte Plakate an den Schwarzen Brettern und Aushängen in der ganzen Stadt aufgehängt.

Bereits am frühen Vormittag trafen sich die Fans von Hapoel Tel Aviv an der Kreuzung Allenby und Nahalat Binyamin. Bei teils hitzigen Debatten über Fußball und Politik stimmte man sich auf das Spiel ein. Auch die Fans vom Rivalen Maccabi versammelten sich einige Stunden vor der Partie. Der Friseursalon von David Gluzschneider, einem großen Fan von Maccabi, der einigen Spielern regelmäßig kostenlos die Haare schnitt, wurde als Treffpunkt auserkoren. Sein Salon lag in der Shabazi Straße im Stadtteil Neve Tsedek, der damals eine Hochburg der Maccabi-Fans war.

Derby Tel Aviv

Vor dem Highlight des Abends fand ein Vorspiel zwischen den Jugendmannschaften von „Ayala Tel Aviv“ und „Trumpeldor Tel Aviv“ statt, das 2:2 endete. Trotz Kälte und Regen wohnten dem ersten großen Stadtduell über 3.000 Zuschauer bei, die mit großer Begeisterung dem Spiel entgegenfieberten. Eine große Zahl an Sicherheitsleuten wurde von der städtischen Polizei eingesetzt um für Ordnung zu sorgen. Denn so war es den Besuchern unter anderem verboten ihre jeweilige Elf lautstark anzufeuern.

Der Kader des Clubs der Arbeiterbewegung bestand vor allem aus jungen Akteuren, von denen ein großer Teil in den Nachwuchsmannschaften von Maccabi gespielt hatte. Nur eine Woche vor dem Derby wechselten zudem Shmuel Milstein und der Torwart Willi Berger von Maccabi zu Hapoel und sorgten somit für Wirbel. Am Spieltag selbst fiel Berger dann jedoch verletzungsbedingt aus. Auch sein neuer Teamkollege Abraham Nudelmann musste passen. Auf Seiten Maccabis konnte Arie Zelivansky nicht spielen.

Maccabi Tel Aviv

Und so bot Maccabi Tel Aviv folgende Elf auf: Keitel, Abraham Reznik, Shraga Rubinstein, Moshe Beck, Shimon Rattner, Moshe Salonim, Shimon Tabak, Menahem Harash, A.B. Wilson, Mordechai Pocanowski und Haim Dalitzki.

Hapoel ging mit folgenden Akteuren ins Derby: Abraham Zubrovski, Israel Bricker, Gabriel Lis, Haim Vinikov, Motke Mayer, Lazar Birman, Shlomo Polyakov, Yohanan Sukenik, Shmuel Milstein, Moshe Polyakov und Yehuda Schkolnik.

Hapoel Allenby Tel Aviv

Die Partie gestaltete sich zunächst noch ausgeglichen, wurde jedoch ziemlich ruppig geführt. Und so kam es, dass der Apotheker Tiomkin ständig mit seiner großen Kiste auf das Spielfeld eilte, um sich um die angeschlagenen Spieler zu kümmern. Jedes Mal wenn einer der Verletzten wieder auf den Beinen war, applaudierte die Menge dem älteren Herrn.

Für weniger Jubel sorgte hingegen die sehr schwache Leistung des Ersatztorwarts von Hapoel, Abraham Zubrovski. Dieser patzte regelmäßig und brachte seine Mannschaft immer wieder in Schwierigkeiten. In der ersten Halbzeit war es dann Menahem Harash vorbehalten, als erster Torschütze in die Geschichte des Tel Aviv-Derbys einzugehen. Shimon Rattner und A.B. Wilson sorgten in der zweiten Hälfte dafür, dass die ganz in blau spielenden Gastgeber von Maccabi schließlich das erste Aufeinandertreffen von Hapoel Tel Aviv und Maccabi Tel Aviv mit 3:0 für sich entscheiden konnten.

Quelle: Asher Goldberg (I.F.A.)


Israel – Finnland

06/02/2013

  2 : 1  Finnland

06.02.2013  -  19:00 Uhr
Freundschaftsspiel
Municipal  -  Netanya


Aufstellungen

  Ariel Harush – Eitan Tibi (65* Shir Zedek), Dekel Keinan, Tal Ben Haim, Elad Gabai, Avi Reikan (86* Gal Shish) – Bibras Natkho, Maor Melikson (72* Eliran Atar), Maharan Radi (46* Gal Alberman) – Tomer Hemed (60* Lior Rafaelov), Eden Ben Basat(71* Omer Damari)

Finnland  Niki Mäenpää – Niklas Moisander, Kari Arkivuo, Jukka Raitala (90* Jarkko Hurme), Juhani Ojala – Toni Kolehmainen, Tim Sparv, Roman Eremenko, Mika Ojala (46* Alexei Eremenko) – Teemu Pukki, Mikael Forssell (73* Petteri Forsell)


Tore

2*    1:0  Eden Ben Basat
87* 1:1  Petteri Forsell
90* 2:1  Lior Rafaelov


Spielbericht

folgt…


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